GESCHICHTE DES BIERES


Bier ist ein sehr altes und ehrwürdiges Getränk. Schon die alten Ägypter, Assyrer, Babylonier und Sumerer tranken es im Altertum 5000 v. Chr. Jedermann im Staate bekam je nach Stand eine bestimmte Ration Bier pro Tag zugeteilt. Auch kannte man im Altertum schon verschiedene Bier-Qualitäten! Die Ranghöheren im Staate erhielten bessere und auch stärkere Biere als das "normale" Volk.




"Brau-Anleitung" für das Bier der Pharaonen

Im Römischen Reich um Christi Geburt geriet das Bier aber als "barbarisches Getränk" in Verruf, denn die Feinde der damaligen römischen Weltherren, die Gallier und die Germanen, tranken Bier. Die "feinen" Weltherren dagegen tranken Wein! Vielleicht hat sich dieses Vorurteil "ein bißchen" bis heute gehalten?!? Die Wenigsten werden wissen, daß man eine nahezu unbegrenzte Vielfalt von Bieren brauen kann, die dem Wein qualitativ und geschmacklich keineswegs nachstehen. Viele Wissenschaftler sagen sogar, daß Bier sehr gut bekömmlich ist und - in Maßen getrunken - gesund ist! Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter Bier und Gesundheit Übrigens; wußten Sie, daß es ein Bier gibt, das im angelsächsischen Sprachgebrauch "Barley Wine" (= Gerstenwein) heißt? Der Geschmack dieses Bieres ist dem eines schweren, alkoholstarken Weines sehr ähnlich! Außerdem hat dieses Bier ein Bouquet, so wie man es vom Wein her kennt.



Wenn man von der historischen "Bierherstellung" spricht, denkt fast jeder sofort an die bekannten Klosterbrauereien! Weit gefehlt!! Die erste größere deutsche Brauerei, die gewerblich Bier herstellte, entstand erst um 1043 n. Chr. in Weihenstephan! Dagegen wurde schon im Mittelalter um 600 n. Chr. Bier im Haushalt hergestellt. Wen wundert es dann, daß damals die Bierherstellung eine Domäne der Frauen war! Von Frau Luther wird beispielsweise berichtet, daß sie ganz ausgezeichnetes Bier gebraut haben soll.



Das Reinheitsgebot von 1516 ist sicherlich jedem bekannt! Ein Grund für dieses Gesetz war wohl der, dem Profit-Denken bei der damaligen "industriellen" Bierherstellung Einhalt zu gebieten. Denn die damaligen "Brauereien" benutzten beispielsweise zunehmend Baumrinde, Ochsengalle oder sogar Pech anstelle des teuren Hopfens, um das Bier zu bittern. Ein anderer Grund mag aber auch sein, daß zu dieser Zeit dem Bier auch verschiedene Halluzinogene (= Rauschgift) beigemischt wurden. Dies wurde von der Obrigkeit damals wie heute mit Argwohn betrachtet!




Das Reinheitsgebot Quelle: Deutscher Brauerbund e. V.

Seit wann weiß man wohl, was bei der Bierherstellung eigentlich genau passiert? Es ist noch gar nicht so lange her. Erst 1876 untersuchte Louis Pasteur (genau der, den Sie von der pasteurisierten Milch her kennen) wissenschaftlich die einzelnen Schritte des Bierherstellungs-Prozesses. Berühmt ist sein Werk "Études sur la bière" (Studien über das Bier). Erst jetzt konnte man nämlich verstehen, warum beispielsweise ein Sud mißlang und geeignete Maßnahmen ergreifen, damit dieser Fehler nicht noch einmal passierte. Vorher braute man "auf gut Glück". Mißlang ein Sud, so hatte man schnell einen Schuldigen gefunden! Denn erst im Jahre 1591 wurde die letzte Bierhexe als Sündenbock für einen mißlungenen Bieransatz verbrannt.



Carl Linde erfand 1876 die Kältemaschine, und damit konnten auch untergärige Biere zu jeder Jahreszeit gebraut werden. Untergärige Hefen erfordern eine relativ kalte Vergärungstemperatur, so daß bisher nur im Winter die untergärigen Biere hergestellt werden konnten. Die Biersorte "Märzen" trägt diesen Namen, da sie das letzte untergärige Bier des vergangenen Jahres war. Das im März gebraute Bier wurde dann meist zum Oktoberfest getrunken.



Die Technik trug aber nicht nur Erfreuliches in die Brauereien hinein. Im Jahre 1878 erfand Lorenz Enzinger den Filterapparat. Das Bier konnte jetzt (meist unter dem Zusatz von Chemikalien, die nach dem Reinheitsgebot "nachträglich" erlaubt wurden) glasklar gefiltert werden!

Dadurch wurde das Bier wesentlich länger haltbar, was aus kommerziellen Gesichtspunkten für den Verkauf des Bieres sicherlich wünschenswert sein mag. Durch die Filterung entsteht allerdings auch ein erheblicher Nachteil, denn dem Bier werden wertvolle Bestandteile entzogen! Der Kenner trinkt bevorzugt ungefilterte und naturbelassene Biere, denn die Biere enthalten wichtige Mineralstoffe, Vitamine, Eiweisse, Hefen und natürliche Geschmacksträger. Ungefiltert sind übrigens beispielsweise sog. Zwickelbiere.




Historischer Filterapparat

Christian Hansen gelang 1881 die Reinzucht von Bierhefe. Man konnte jetzt ober- und untergärige Heferassen und Spezialhefen mit unterschiedlichen Eigenschaften herstellen. Wenn man bedenkt, daß die Hefe dem Bier den unverwechselbaren "Charakter" gibt, kann man abschätzen, welche Sortenvielfalt an Bieren schon allein dadurch möglich wird, daß man unterschiedliche Hefen für die Vergärung benutzt.



Die moderne Bier-Herstellung hat bis auf die (kleineren) "Hausbrauereien" viel von der ursprünglichen Romantik verloren. Ging früher der Braumeister noch selbst durch die Gär- und Lagerkeller und begutachtete den Reifegrad des Bieres persönlich, so wird heute in den modernen Großbrauereien ein Großteil der Arbeit in der computergesteuerten Leitzentrale verrichtet.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Industrielle Bier-Herstellung




Leitzentrale einer modernen Brauerei Quelle: Deutscher Brauerbund e. V.

Bier schmeckt auf jeden Fall, ... und ist in Maßen genossen gesund (weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite Bier und Gesundheit )

Fragen Sie mal die drei! Ob Sie wohl ihr eigenes Bier selbst gebraut haben? Wie das geht, erfahren Sie unter dem Thema Brauen mit Bier-Kwik und wie die dazugehörigen Zutaten hergestellt werden, erfahren Sie auf der Seite Der Bier-Kwik B(r)aukasten




So gut schmeckt (selbstgebrautes) Bier! Quelle: Deutscher Brauerbund e. V.

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